PARAGON




Die deutsche Heavy Metal Institution PARAGON hat eine bewegte 20 jährige Bandkarriere hinter sich.
Immer wieder gab es Besetzungwechsel und aktuell ist sogar kein Gründungsmitglied mehr in der Band vertreten. Nach einigen Qualitäts Hoch und Tiefs scheint man jetzt wieder mit dem neuen Album „Force of Destruction“ in die Erfolgsspur zurückgefunden zu haben, was unsere Rezi beweißt.
Deswegen war es für mich natürlich Ehrensache dem Bassisten und Fast Gründungsmitglied Jan Bünning ein paar Fragen zu stellen.

J.P: Hallo Jan, erstmal Gratulation zum neuen Album das ist euch ja vorzüglich gelungen und man kann sagen das ihr seit langem das stärkste Album herausgebracht habt. Würdest du mir da zu stimmen? Wie sind denn bislang die Reaktionen von Fans und Presse?

J.B: Ja wir haben auch eine Menge Zeit und Herzblut in das Album gesteckt. Für mich ist es auf alle Fälle unser stärkstes Album geworden auf dem ich nicht einen Song überflüssig oder durchschnittlich finde.
Die Reaktionen der Presse war bisher eigentlich zu 99% sehr gut. Es gab zwei, drei schlechtere Kritiken aber der Rest ging wirklich von sehr gut bis zu überragend. Wir haben alleine 10 mal die Höchstnote bekommen. Das hatten wir auch noch nie und das soll uns mal einer nachmachen he he.
Die Fans sind auch alle zufrieden und nicht wenige sind sogar der Meinung das wir mit dem Album sogar unseren bisherigen Fanliebling „Law Of The Blade“ geschlagen haben.

J.P: Bevor wir näher auf euer neues Album eingehen, müssen wir erstmal ein bisschen die letzten turbulente Zeit aufarbeiten. Eure Bandbesetzung hat sich in der letzten Zeit ziemlich grundlegend geändert. Aktuell ist ja kein Gründungsmitglied mehr an Bord, du bist mit Unterbrechungen das längste aktuelle Bandmitglied. Kannst du mir erzählen wie sich diese turbulente Zeit, positiv wie negativ, auf das neue Album und auf die Band ausgewirkt hat?

J.B: Unser Sänger Buschi ist am längsten in der Band da er kurz vor mir eingestiegen ist und ich auch eine Zeit nicht in der Band war. Ich bin nur „Zweiter“. :-)
Bei dem Lineup das „Screenslaves“ eingespielt hat war nach dem Release extrem die Luft raus. Es wurden kaum Shows gespielt, nicht geprobt und es wurde auch nicht viel Promo gemacht. Martin und Buschi hatten schon 2008 mit mir gesprochen ob ich wieder Bock habe auf PARAGON. 2009 war ich dann wieder offiziell dabei aber Martin hat dann Anfang 2010 gesagt das er keine Zeit mehr für PARAGON hat aber das wir auf alle Fälle weiter machen sollen. Das war erst mal ein Schock, aber für Buschi, Chris und mich war schnell klar das es weiter geht. Wir hatten dann recht schnell zwei „Ersatzgitarristen“ von denen Wolle Tewes immer noch dabei ist und er hat sich inzwischen neben Buschi und mir zum Hauptsongwriter entwickelt. Jan Bertram kam erst kurz vor den Aufnahmen von „FoD“ zu uns, ist aber ein super lustiger Typ und bildet mit Wolle das erste richtige Gitarren Team was wir je hatten da sonst Martin immer den Großteil gemacht hat.
Es war zwar schwierig neue, passende Leute zu finde die auch als Band harmonieren, im Ganzen ist die ganze Sache aber eher positiv. Es ist im Grunde wie ein Neuanfang. Jedes Bandmitglied hat seinen Platz im Team und wir sind wieder alle heiß neue Songs zu schreiben und live Gas zu geben. Als wenn wir eine neue Band wären.

J.P:  Ihr habt ja auch die Plattenfirma gewechselt und seit nun bei Napalm Records unter Vertrag. Wie kam es denn zu dem Wechsel und warum ausgerechnet Napalm?

J.B: Es gab halt eine paar Unstimmigkeiten mit unserem alten Label und im Endeffekt haben wir dann in beidseitigen Einvernehmen dann den Vertrag aufgelöst.
Wir haben uns dann erst mit Demos bei anderen Labels beworben aber recht schnell bemerkt das es so nicht die besten Deals gibt. Da wir aber 100%ig sicher waren das unsere Songs geil sind haben wir dann alle Kohle zusammen gekratzt und das Album komplett bei Piet aufgenommen und uns damit bei ca. 8 größeren Plattenfirmen beworben. Vier davon hätten uns genommen aber Napalm war von Anfang an unser Fave da Sie gerade extrem expandieren aber noch nicht so viele Heavy Metal Bands haben so das es nicht so viel Konkurrenz innerhalb des Labels gibt.

J.P: Von wann bis wann ist denn das Album genau entstanden? Gib uns doch mal einen kurzen Einblick in die Aufnahmen. Wer sind denn aktuell die Hauptsongschreiber und Texter?

J.B: Die eigentlichen Aufnahmen habe gar nicht so lange gedauert, ich denke so ca. 14 Tage für alles. Dazu natürlich noch das Editing und Mixen von Piet. Angefangen haben wir glaube ich Ende März 2012 aber es gab dann auch eine lange Pause so das wir das Master irgendwann Ende Juni hatten.
Die Riffs kommen fast alle von Wolle und ich habe diese auf Ihre PARAGON-Tauglichkeit geprüft und die Stücke arrangiert. Die fertigen Instrumental-Demos hat dann Buschi bekommen der dann die Texte und die Gesangsmelodien dazu geschrieben hat. Im Endeffekt haben wir eine Vorproduktion für ca. 12 -14 Stücke gemacht von denen dann 10 auf das Album gekommen sind.
Deshalb ging’s wahrscheinlich auch so schnell. Allerdings war Piet auch wesentlich entspannter als bei alten Produktion und hat auch mal den einen oder anderen kleinen Spielfehler durchgehen lassen. Hauptsachen der Groove und das Feeling stimmte. Deswegen klingt das Album wahrscheinlich auch frischer als unsere anderen Produktionen.

J.P: Das Album heißt „Force of Destruction“, ein sehr bedeutsamer Titel. Wovon handelt es denn genau, welche Geschichte steht im Hintergrund, oder gibt es gar kein zusammenhängendes Konzept? Der Titel hat aber nix mit euren Absichten als Band zu tun oder? : - )

J.B: Nö als Band wollen wir nix zerstören. Höchstens Trübsal bei schlecht gelaunten Hörern!
Buschi macht sich immer eine Art Text-Konzept und diesmal handelt es sich um ein Endzeit-Szenario bei dem alle technischen Geräte versagen und die Menschheit sich in letzter Konsequenz quasi ausrottet. Wir haben mit Absicht immer sehr klischeebeladen Titel aber die Texte sind schon gut geschrieben und seit einiger Zeit bestehe sie auch nicht „nur“ aus unterhaltsam Heavy Metal Klischees wenn man sich etwas damit beschäftigt.
Der Arbeitstitel des Albums war eigentlich „Iron Will“ da wir diesen wegen dem Lineup und Plattenfirmen-Stress auch echt brauchten um das Album fertig zu stellen.
Das war uns aber dann doch irgendwie zu platt und so suchten wir dann mal zur Abwechselung nicht nach einen Song nach dem das Album benannt ist sondern nach einer Textzeile die das Album in irgendeiner Weise beschreibt. Und da blieb dann irgendwie die Zeile „Force Of Destruction“ aus eben „Iron WIll“ hängen. Das Album hat ja auf alle Fälle eine musikalische, zerstörerische (positive) Kraft und auch zum Textkonzept ist es passend. Wobei die zerstörerische Kraft in dem Falle die Menschheit ist.

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „Force of Destruction“ ein. Für mich sind  “Iron Will“, “Tornado”, „Gods of Thunder“ und “Dynasty” die hervorstechenden Songs. Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album? 

J.B: An den Reaktionen der Fans und der Presse wird deutlich das wir unser Ziel erreicht haben. Wir wollten ein zeitloses, frisches und vor allem auch abwechselungsreiches Heavy Metal Album machen wo nicht nur schnelle, langsame oder was weiß ich für Nummern drauf sind. Jedes Stück auf „FoD“ hat seinen eigen Charakter und seine Berechtigung. No Fillers, just Killers. Und so ist es dann auch tatsächlich so das von Fans und Kritikern immer andere Songs genannt werden wenn es um die Faves geht. Bei mit ist es auch so das es öfter mal wechselt. Wenn ich allerdings drei Nummern nennen müsste wäre es wohl „Iron Will“ und „Demon´s Lair“ (der Mittelteil und das Solo ist einfach das schönste was wir als Band je gemacht haben) und natürlich „Blood & Iron“ mit Kai, Piet und Buschi am Gesang.

J.P: Wenn du mal eure Bandkarriere Revue passieren lässt, wie stark schätzt du dann euer neues Album im Vergleich zu euren bisherigen Scheiben ein? Wo siehst du euch in ein paar Jahren? 20 Jahre im Musikbusiness ist ja eine lange Zeit da muss man ja mal die Frage nach der Zukunft stellen, oder?

J.B: Erst hatte ich „FoD“„nur“ unter den besten drei unserer Alben. Mit etwas Abstand ist „FoD“ jetzt aber tatsächlich auf Platz eins gelandet da es einfach, die stärksten Songs, den beste Gesang, die fettesten Chöre und auch noch den frischesten Sound  aller unserer Alben zu bieten hat.
Im Gegensatz zu anderen Bands müssen wir von PARAGON nicht leben. Insofern haben wir den Luxus Alben machen zu können die uns Spaß machen und so lange es sich rechnet und unsere Fans uns noch sehen wollen wird es uns noch geben. Andere Leute machen Sport oder gehen ins Theater, wir machen eben Heavy Metal als Hobby!

J.P: Stichwort Videos und Internet. Wird es zu dem neuen Album auch Musikvideos geben? Wie siehst du insgesamt die Wichtigkeit des Internets heutzutage für euch als Band? Ist es zum Beispiel wichtig eine gescheite Bandhomepage zu haben, oder langt auch nur eine Myspace Seite?

J.B: Ein Video sollte es eigentlich geben. Allerdings hat heute der Regiesseur der vorgesehen war abgesagt. Da wir und Napalm viel Wert auf Qualität legen, wird es wohl schwierig werden Ersatz zu finden und dann wird es wohl auch langsam zu spät. Insofern wird es wohl nicht mehr klappen.
Die Homepage finde ich schon recht wichtig da nicht alle Leute Bock haben sich bei Facebook oder MySpace zu registrieren und damit keinen Zugang haben. Ich habe da auch schon ein neues Design in der Pipeline. Da ich aber ein Perfektionist bin habe ich es leider noch nicht geschafft das Teil online zu stellen. Kommt aber hoffentlich noch dieses Jahr!

J.P: Jan wie geht es denn jetzt genau bei PARAGON weiter? Ist eine Tour in Planung? Habt ihr irgendetwas Besonderes vor aufgrund eures „20 jährigen Bandgeburtstages“?

J.B: Wir würden natürlich gerne „FoD“ ordentlich live promoten. Allerdings macht es keinen Sinn für uns alleine auf Tour zu gehen und Support Slots bei größeren Bands sind leider zur Zeit nicht zu vergeben. Wir hoffen, dass eventuell noch später nächstes Jahr ein Support-Slot bei einer Band frei wird und das wir auch ordentlich Festivals spielen können. Wir sind am schauen, aber spruchreif ist noch nichts.
Außerdem ist ja auch nach dem Album vor dem Album und wir machen schon wieder Demos für Album Nummer 11!

J.P: Vielen Dank Jan für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir. 

J.B:  Danke für das Interview und natürlich einen schönen Gruß an alle PARAGON Fans auf der Welt!
Heavy Metal is the LAW!



Julian

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