LOVE.MIGHT.KILL




Das Debütalbum „Brace for Impact“ der Norddeutschen Melodic Metaller LOVE.MIGHT.KILL hat vor zwei Jahren eingeschlagen wie einen Bombe! Man hat also die Latte für das zweite Album schon recht hoch gelegt. Nun ist es soweit und es steht uns eben dieses zweite Album „2 Big to Fail“ ins Haus. Grund genug mich ein wenig mit Bandgründer und Schlagzeuger Michael Ehre zu unterhalten.

J.P: Hallo Michael, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zur Zukunft von LOVE.MIGHT.KILL selbst beantwortest.
Für die Leute die euch noch nicht so kennen, stell dich und die Band vielleicht doch kurz mal vor, gib uns einen kurzen Rückblick auf die Bandhistory.
 
M.E: So eine furchtbar lange Bandhistory haben wir noch gar nicht vorzuweisen. Alles begann damit, dass ich vor ein paar Jahren angefangen habe, einige Songs zu recorden. Es hatte sich über die Jahre einiges an Material angesammelt, welches ich für die Bands und Projekte, in denen ich seinerzeit spielte nicht verwenden konnte. Nicht weil es nicht gut genug war, sondern weil es schlicht und einfach stylistisch nicht passte. Meine ursprüngliche Absicht war, mich mit Hilfe dieser Aufnahmen in den Bereich der Produktion eines kompletten Albums einzuarbeiten und weiter zu entwickeln. Es zeichnete sich dann allerdings schnell ab, dass das von mir aufgenommene Material doch so gut war, dass es schade gewesen wäre, es einfach auf meinem Rechner versauern zu lassen. Also entschloss ich, eine neue Band zu starten. Daraus entstand dann unser Debutalbum „Brace for impact“, welches im Juni 2011 in Europa und im Herbst dann sogar in Japan erschienen ist. Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass das Album so gut ankommt...

J.P: Bevor wir näher auf euer neues Album eingehen, gilt es noch kurz eine Personalie zu klären. Ihr habt mit Sascha Onnen nun einen festen Keyboarder in der Band, der vorher bei den Kollegen von MOB RULES aktiv war. Wie kam es zu diesem Engagement und habt ihr ihn gefunden oder hat er euch gefunden?

M.E: Das lief eigentlich alles recht unspektakulär ab. Nachdem klar war, dass „Brace for impact“ veröffentlicht wird, war es uns sehr wichtig, einige Shows auf die Beine zu stellen, um das Album ein wenig zu promoten. Auf dem Debut habe ich die Keys noch selber gespielt und so gab es für uns zwei Möglichkeiten, um die Songs auch live adäquat umsetzen zu können: entweder wir lassen diese Keyboardspuren vom Band kommen und wir suchen uns einen Keyboarder. Wir waren uns schnell einig, dass Letzteres die weitaus bessere Wahl sein würde. Ich persönlich kenne Sascha schon sehr lange. Bei seiner ehemaligen Band MOB RULES, zu denen ich immer ein mehr als freundschaftliches Verhältnis hatte, habe ich desöfteren ausgeholfen. Als dann klar war, dass er sie verlassen würde, haben wir die Chance genutzt und ihn zu uns ins Boot geholt.

J.P:
  Euer erstes Album kam sehr gut bei Fans und Presse an, ich selbst, damals im Diensten von Rockingboy, hab dem Album fast die volle Punktzahl gegeben. Wie waren denn so die Reaktionen und habt ihr mit solch guten Kritiken und Meinungen gerechnet?

M.E: Nein, damit konnte man auch absolut nicht rechnen. Schließlich sind wir als Band alles andere als modern. Wir sind eher ein wenig retro, allerdings mit einem modernen Sound. Ich glaube, dass das die Leute überrascht hat. Uns ist es gelungen, die Musik, die wir von Bands wie „Rainbow“, „Deep Purple“ oder „Black Sabbath“ kennen, in ein moderenes, wuchtiges Soundgerüst zu verpacken.

J.P: Das neue Album ist euch ja hervorragend gelungen, wie lief denn der Aufnahmeprozess ab? Von wann bis wann ist denn das Album entstanden?

M.E: Wir haben zu Beginn des Jahres angefangen, neues Material zu schreiben. Als wir das zusammern hatten, haben wir auch gleich mit den Aufnahmen losgelegt. Uns war wichtig, dass nicht zu viel Zeit ins Land geht, bis wir unser zweites Album rausbringen können. Unser Album kam zwar gut an, aber wir sind nach wie vor ein Newcomer. Da gilt es, bei den Leuten im Gedächtnis zu bleiben und sich Schritt für Schritt zu etablieren. Zudem wollten wir schnellstmöglichst beweisen, dass „Brace for impact“ kein Zufallstreffer war!


J.P: Erneut habt ihr ein bisschen mit den Worten gespielt und einen interessanten Albumtitel gezaubert. Warum diese besondere Schreibweise von „2 Big 2 Fail“? Wird das zu eine Art Markenzeichen?

M.E: Ob das zu einem Markenzeichen wird, kann ich jetzt noch nicht sagen. Uns gefällt die Idee, immer mit aktuellen Themen zu spielen und nicht komplett in der Vergangenheit zu versacken. Schwerter und Drachen finde ich persönlich auch cool – schließlich bin auch ich nach wie vor ein Fan der Bands, die sich dieser Themen bedienen – aber davon gibt es schon mehr als genug. Wenn wir auch musikalisch ganz bewusst das Rad nicht neu erfinden wollen, so bleiben wir zumindestens textlich immer halbwegs im Hier und Jetzt. Die Schreibweise erklärt sich damit und soll ein Querverweis darauf sein, dass dies unser zweites Album ist ;-)

J.P: In dem Zusammenhang, gibt es ein gewisses Konzept beim Album, also eine Art roter Faden der sich durch die Songs zieht?

M.E: Nein, gibt es eigentlich nicht. Gab es auch beim ersten Album nicht – zumindest nicht bewusst, denn ich habe damals in einer Review gelesen, dass man die Songs sehr wohl in einen thematischen Kontext bringen kann. Das war schon sehr interessant und war auch gar nicht mal so weit hergeholt!

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „2 Big 2 Fail“ ein. Für mich sind “Burn the Night ”, “Restless Heart”, “2 Big 2 Fail ” und “Big Screen Pleasure of Pain” die hervorstechenden Songs um mal nur rein paar zu nenen. Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

M.E: Naja, richtige Favoriten gibt es nicht. Ich mag alle Tracks – wäre ja auch schlimm wenn nicht, hahaha...Du hast dir da schon coole Nummern rausgepickt. Mir fällt gerade auf, dass drei dieser vier von Dir ausgewählten Songs thematisch sehr dicht beieinander sind. Ich möchte allerdings nicht zu viel verraten.

J.P: Teilweise sind die Songs, den Songs auf dem Debütalbum doch sehr ähnlich. Ist das Album trotzdem eine gewisse Weiterentwickelung im Vergleich zum Vorgänger? Was glaubst du sind die größten Unterschiede?

M.E: Ich habe ja schon gesagt, dass wir gar nicht vorhaben, das Rad musikalisch neu zu erfinden. Da stehen wir auch zu! Deshalb verwundert es mich auch nicht, dass Du Parallelen zum Vorgänger ziehst. Ich mag es überhaupt nicht, wenn Bands ihren Stil von Platte zu Platte ändern. Selbstverständlich braucht es auch immer eine gewisse Zeit, bis man gerade als junge Band seinen Weg gefunden hat. Wenn ich da an die Judas Priest-History denke, dann kann man da schon Unterschiede hören. Und das ist auch gut so! Jetzt darf man aber nicht vergessen, dass sich die Zeiten geändert haben. Bei der Flut an Veröffentlichungen jeden Monat musst Du irgendwie herausstechen, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Da muss im Prinzip von null auf hundert alles stimmen – die Zeit, Dich öffentlich zu entwickeln, hast Du nicht mehr. Bezogen auf LMK bedeutet das, dass wir ganz bewusst keine großen Änderungen vorgenommen haben. Nach aussen hin kommt das auch so rüber – intern sehe ich sehr wohl Fortschritte. Wenn man sich nur einmal die Mühe macht und die Keyboards von dem ersten mit dem zweiten Album zu vergelichen, wird einem schnell klar, was ich meine. Sascha hat da ganze Arbeit geleistet, ohne dass er unseren Stil geändert hätte.

J.P: Eine persönliche Frage zu dir. Du warst ja mal kurzzeitig Mitglied von FIREWIND und bist aktuell der neue Drummer von GAMMA RAY. Brauchst du diese Nebentätigkeiten? Was war der Grund für den Weggang von FIREWIND und den Einstieg bei GAMMA RAY?

M.E: Der Einstieg bei GAMMA RAY hat absolut nichts mit meinem Ausstieg bei FIREWIND zu tun. Da lag schon mehr als ein Jahr dazwischen. Ich mag die Jungs von FIREWIND nach wie vor alle sehr. Die Musik sowieso. Das hatte ein paar andere Gründe. Einer war z.B., dass man als einziger Deutscher in einer griechischen Band doch immer mit einer gewissen sprachlichen Barriere zu kämpfen hat. Das ist absolut normal und hat nichts damit zu tun, dass mich die Jungs irgendwie bewusst aussen vor gelassen hätten. Wenn ich so sehe, was da momentan gerade in Griechenland abgeht und wie der Großteil der Bevölkerung auf Deutsche zu sprechen ist, dann kann ich wohl nur froh sein, dass ich diesen Schritt gemacht habe, hahaha...
Was GAMMA RAY angeht, so habe ich im September letzten Jahres einen Anruf von Dirk Schlächter bekommen, der mich fragte, ob ich bei einem Gig aushelfen könne, da Daniel leider verhindert sei. Nicht nur, dass dieser Gig ausgerechnet eine Fernsehaufzeichnung war, sondern auch noch nur eine Woche nach dem Anruf über die Bühne gehen sollte. Natürlich habe ich mich sehr gefreut und sofort zugesagt. Als dann Daniel Anfang 2012 der Band mitteilte, dass er aussteigen wolle, bekam ich wieder einen Anruf. Dieses Mal ging es um die Sommer-Festivals, für die sie einen Drummer brauchten...naja, und irgendwann kam dann die Frage, ob ich nicht  fest einsteigen wolle.

J.P: Michael wie geht es denn jetzt genau bei LOVE.MIGHT.KILL weiter? Ist eine Tour in Planung? Die Nachfrage müsste doch bestimmt nach zwei so tollen Alben recht groß sein, oder?

M.E: Wir werden im Oktober eine Deutschlandtour spielen und hoffen, dass sich im Anschluss weitere Gigs ergeben oder wir vielleicht sogar auf dem einen oder anderen Festival im nächsten Sommer unterkommen. Nach dem ersten Album waren viele Veranstalter, obwohl sie allesamt begeistert von dem Debutalbum waren,  noch unsicher, weil wir ja schließlich Newcomer sind. Ich hoffe, dass wir mit unserem zweiten Album den nächsten Schritt machen können. Sehr cool wäre auch ein guter Supportslot...mal schauen, was da noch so kommt...erst einmal muss das Album veröffentlicht werden.

J.P: Vielen Dank Michael für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.
M.E: Vielen Dank für Euer Interesse! Ich hoffe wir sehen uns auf unserer „2 Big 2 Fail“ im Oktober!!!


Julian

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