ENVINYA



Mit ENVINYA betritt ein neue deutsche Heavy Metal Hoffnung die Bühne. Die Truppe hat mit ihrer 2010 veröffentlichten EP schon ordentlich Staub aufgewirbelt und sich damit einen Plattendeal mit Massacre Records gesichert. Nun schiebt man das Debütalbum „Inner Silence“ nach und im Zuge dessen war es mir natürlich ein Vergnügen dem Gründer und Gitarristen Thomas Knauer ein paar Fragen zur Band selbst und zum Debütalbum zu stellen.

J.P: Hallo Thomas, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem Debüt Album und zu ENVINYA selbst beantwortest.
Für die Leute die euch noch nicht so kennen, stell dich und die Band vielleicht doch kurz mal vor, gib uns einen kurzen Rückblick auf die Bandhistory.
 
T.K: Hallo Julian, also ich bin einer der zwei Gitarristen der Band und mit meinen 41 Jahren wohl der Bandopa. Interessanterweise haben wir innerhalb der Band einen Altersunterschied von knapp 17 Jahren. Das kann wohl nicht jede Band von sich behaupten. Die beiden „Nesthäkchen“ sind unser Bassist Lorenz und unser Leadgitarrist Markus. Im goldenen Mittelfeld tummeln sich dann unsere beiden Damen Moni und unsere neue Sängerin. Knapp danach kommt unser Drummer Enrico.
Tja, gegründet wurde ENVINYA im Jahr 2006 und bis vor kurzem hatten wir keinerlei Besetzungswechsel zu beklagen, waren also dass, was man im normalen Sprachgebrauch als „stabile Besetzung“ bezeichnet. 

J.P: Bevor wir näher auf euer neues Album eingehen, müssen wir erstmal ein bisschen die letzten turbulente Zeit aufarbeiten. Nach den Albumaufnahmen kurz vor der Veröffentlichung von „Inner Silence“ verließ euch eure langjährige Sängerin Natalie. Magst/Kannst du über die Gründe sprechen? Dies hat euch vermutlich schwer getroffen, oder? Habt ihr denn schon Ersatz in Aussicht?

T.K:  Nun, dass Natalie die Band letztendlich von sich aus verlassen hat, kam für uns schon etwas überraschend. Allerdings hat sich das Ganze doch schon seit längerem angekündigt. Ein Split passiert nun mal nicht einfach so von heute auf morgen. Du kannst es dir wie in einer Beziehung vorstellen. Anfangs gibt es kleinere Meinungsverschiedenheiten, den ein oder anderen handfesten Streit, dann spricht man sich aus, aber letztendlich kommt der Punkt, wo der Graben zu tief geworden ist und eine Trennung die letzte Möglichkeit darstellt. Da ist dann der Zeitpunkt wann es passiert auch egal. Fakt ist, dass es zwischen Natalie und der Rest der Band nicht mehr funktioniert hat. Es ist Schade, dass es soweit gekommen ist, aber letztendlich ist es für beide Seiten so das Beste.
Wir haben mittlerweile eine neue Sängerin gefunden, die wir auch bald der Öffentlichkeit vorstellen werden. Allerdings wollen wir ihr erst die Möglichkeit bieten, den ein oder anderen neuen Song zu gestalten. Es ist immer etwas schwierig, fertige Lieder nachzusingen, da hier die Gesangslinien schon ziemlich fest sind.
Ich kann aber schon sagen, dass wir uns mit ihr definitiv verbessern werden, da sie eine sehr variable und kräftige Stimme hat. Was mir zudem noch sehr gut gefällt ist, dass sie stimmlich mehr in eine rockige Richtung geht und sehr viel Temperament besitzt. Das liegt daran, dass sie Spanierin ist. Aber psst, das weißt jetzt nur du ;)

J.P:
  Ein Wort noch zu eurer EP, die euch ja erst den Plattendeal mit Massacre Records ermöglicht habt. Wart ihr von dem positiven Feedback überrascht und wie startete damals dann das Unternehmen erste Albumproduktion? Erzähl doch mal ein bisschen was über eure Anfangstage.

T.K:  Also als wir unsere EP aufgenommen hatten, waren wir nicht sicher, wie die Songs bei den Kritikern ankommen würde. Auf unseren Konzerten bekamen wir von den Leuten meistens durchweg positives Feedback, aber sich der Fachpresse zu stellen, ist doch noch etwas anderes. Als dann die ersten Kritiken kamen und alle gut bis sehr gut waren, wusste ich, dass ich mich mit meiner persönlichen Einschätzung unsere Songs betreffend nicht geirrt hatte. Versteh mich nicht falsch, wir sind keine Band, die unbedingt auf die Meinung anderer hört. Allerdings nehme ich konstruktive Kritik schon ernst, da sich so für uns daraus das ein oder andere  Verbesserungspotential ziehen lässt. Wir sind ja auch nicht perfekt und das wollen wir auch gar nicht sein.  

Nachdem wir dann den Plattendeal mit Massacre bekommen hatten, war eines unserer Ziele erfüllt, da wir ja mit der EP genau das erreichen wollten. Du hast als Band mit einem starken Label im Rücken einfach mehr Möglichkeiten bekannt zu werden, als wenn Du alles alleine machen musst, vor allem als Newcomer.
Der Wunsch von Massacre war, dass wir die fünf Songs der EP auf jeden Fall auf unser erstes Album packen sollten, da sie einfach zu gut sind, um nur auf der EP veröffentlicht zu werden. Also haben wir nur noch fünf weitere Songs aufnehmen müssen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Lieder schon fertig, sodass wir ziemlich schnell ins Studio gehen konnten. Das Ergebnis steht ja jetzt in den Läden oder im Internet. Auch diese Zeit hat sich geändert ;)   

J.P: Von wann bis wann ist denn das Album genau entstanden? Schreibt ihr die Songs eigentlich alle zusammen, oder gibt es eine Kernmannschaft für sowas?


T.K: Entstanden ist das Album letztendlich von ca. April bis August 2012. Das Ganze wäre etwas schneller von sich gegangen, wenn der Typ, mit dem wir hauptsächlich im Studio zusammengearbeitet haben, etwas professioneller gearbeitet hätte. Tja, auch wir sind nicht gefeit vor schlechten Erfahrungen.
Das Songwriting schaut bei uns so aus, dass meistens einer der Gitarristen mit einer Idee oder einem groben Songgerüst im Gepäck zum Proben kommt und dann alle zusammen das Lied fertig stellen bzw. ausarbeiten. Wenn wir dann noch Spaß haben, diesen Song zu spielen, dann ist es ein echter ENVINYA-Song geworden.

J.P: Was mir besonders aufgefallen ist, ist das bei euch das Keyboard einen wichtigen Part einnimmt und auch das Instrument selbst ziemlich im Vordergrund steht, diesen Umstand erwähnt ihr auch bei einem Video, wo ihr näher auf die Songs eingeht, werdet ihr für dieses, böse gesagt, Keyboardgeklimper häufig kritisiert, oder macht gerade das, den Reiz eures Stils aus?

T.K: Also wenn ich dem Keyboard zu wenig Platz einräumen würde, bekäme ich sofort massiven Ärger von der Moni (Keyb.) Da ich aber an meinem Leben hänge, füge ich mich natürlich der Dame ;)
So, Spaß beiseite. Du hast Recht, wir werden des Öfteren dafür kritisiert, dass wir zu viel Keyboard benützen würden. Für die Fraktion im Metalbereich, die sagt, Keyboard hat mit Metal nichts zu tun, kann ich das wirklich nachvollziehen und ich habe auch absolutes Verständnis dafür. Damals hat selbst Iron Maiden bei der „7th son of a 7th son LP“ wegen ihres „heimlichen“ Gebrauchs eines Keyboards die ein oder andere Diskussion ausgelöst
Meine Meinung ist aber, wenn ich mich für ein Keyboard in der Band entscheide, sollte das auch ein gleichberechtigtes Instrument sein. Gut eingesetzt kann es den Sound der Band absolut positiv ergänzen. Durch dieses Instrument kann ich tolle Atmosphären und Stimmungen schaffen. Allerdings darf der Keyboardeinsatz nicht auf kosten der Härte im Sound gehen. Aber auch ein Keyboard kann hart klingen und das wollen wir erreichen.    

J.P: Positiv hervorgehoben habe ich in meiner Rezension auch eure Homepage, die wirklich sehr professionell daherkommt. Macht ihr die Homepage noch selbst, oder habt ihr da jemanden dafür? Wie wichtig ist es in der heutigen Zeit eine eigene Homepage zu haben und nicht vielleicht nur eine MySpace Seite, mit der ich zum Beispiel immer recht wenig anfangen kann?

T.K: Ja, Du bist bis jetzt der erste, der sich über unsere Homepage Gedanken gemacht hat. Das finde ich sehr gut, denn es zeigt echtes Interesse an der Band. Heutzutage habe ich den Eindruck, dass die eigene Homepage einer Band ziemlich vernachlässigt wird, denn es gibt ja Seiten wie Facebook und MySpace. Das halte ich persönlich für ziemlich Schade, denn für mich ist die eigene Homepage immer noch ein Markenzeichen der Band. Wir versuchen, diesem Anspruch gerecht zu werden, haben aber zum Glück für die Betreuung der Homepage auch etwas Unterstützung.  

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „Inner Silence“ ein. Für mich sind “Forlorn”, “Inner Silence”, „Satin and Silk“ und “Demoralized” die hervorstechenden Songs. Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

T.K: "Inner Silence" ist der neuste Song, den ich geschrieben habe, wohingegen" Forlorn" schon ziemlich betagt ist. Genau genommen stammt er aus dem Jahr 2006.
"Inner Silence" ist der langsamste Song, den ich für Envinya je geschrieben habe. Wie Du ja weißt, mag ich es eher etwas schneller. Trotzdem finde ich gerade dieses Lied sehr gut, weil er doch viele unserer Trademarks beinhaltet. "Forlorn" ist recht einfach aufgebaut, ist aber durch seine Einfachheit und dem melodischen Refrain sehr eingängig. "Satin and Silk" und "Demoralizedsind meiner Meinung nach zwei ziemlich interessante Stücke. Ich spiele beide sehr gerne. "Satin und Silk" funktioniert übrigens Live sehr gut.
Mein Lieblingssong ist nach wie vor das Stück „Beyond the Dark“. Ich finde hier die Energie des Songs sehr hoch. Dieser Song hat auch nicht den typischen Aufbau Strophe-Refrain-Strophe etc. Das kann es für den Hörer etwas schwierig machen, Zugang zu diesem Stück zu bekommen, aber es lohnt sich. Mir gefällt er auf jeden Fall.

J.P: Ich sprach das Thema Videos schon an, ihr habt davon ein sehr gelungenes auf eurer Bandhomepage, welches eine coole „Fahrt“ in euren Proberaum zum Anfang besitzt. Wie wichtig sind Videos in der heutige Zeit und wird es von euch noch mehr, im Zuge der Veröffentlichung von „Inner Silence“ geben?

T.K: Wir werden mit Sicherheit für das ein oder andere Lied auch noch ein Video veröffentlichen. Konkrete Ideen dazu haben wir allerdings noch nicht. Ich hätte gerne einen Livemitschnitt von uns, denn ich finde so etwas sagt sehr viel über die Band aus und die Fans bekommen dadurch einen engeren Bezug zur Band. Videos sind heutzutage, dank der neuen Medien, aus dem Musikalltag nicht mehr wegzudenken. Allerdings denke ich, dass mittlerweile HD (min 720dpi) schon Standart sein sollte.

J.P: Ihr habt euch ja einen Deal mit dem renommierten Massacre Records Label gesichert. Ich finde ihr passt da super hin! Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Label und seit ihr zufrieden mit eurer Wahl?

T.K: Ich bin mit dem Label echt zufrieden. Alleine schon, wie Thomas (Massacre) uns das erste Mal geantwortet hatte. Er hat mir von Anfang an den Eindruck vermittelt, dass er voll an unsere Musik glaubt und total hinter uns steht. Das ist für mich eine absolute Vorraussetzung für eine fruchtbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Es macht echt Spaß mit professionellen Leuten zusammenzuarbeiten. Ich denke, dass Envinya und Massacre zusammen noch einiges erreichen können.  

J.P: Thomas wie geht es denn jetzt genau bei ENVINYA weiter? Ist eine Tour in Planung? Wann wollt ihr mit dem Schreiben von neuen Songs für das nächste Album beginnen?

T.K: Zur Zeit sind wir dabei unsere neue Sängerin in die alten Stücke einzuarbeiten und uns für die ersten Konzerte mit ihr vorzubereiten. Des weiteren arbeiten wir schon an den ersten neuen Stücken. Natürlich wollen wir „Inner Silence“ mit der zweiten CD qualitativ übertreffen. Du kannst mir dann nächstes Jahr sagen, ob uns das gelungen ist ;)
Dieses Jahr werden wir hauptsächlich einzelne Gigs spielen und uns überraschen lassen, was in der nächsten Zeit alles so passieren wird. Ich habe ja noch nie eine CD weltweit veröffentlicht und ich freue mich einfach, dass ich das jetzt erleben darf.

J.P: Vielen Dank Thomas für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

T.K:  Danke Julian. Ich habe Dir das Interview echt gerne gegeben, weil Du Dich wirklich für unsere Musik interessierst. Das ist leider nicht immer selbstverständlich.

Zum Schluss möchte ich jedem Leser danken, der bis hierher gekommen ist. Es sind Leute wie euch, die Heavy Metal zu dem machen, was wir alle so lieben!
Darauf ein „Gefällt mir“  ;)


Julian

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